Denkmal von Hilko Schomerus

Vor der Friedhofskapelle in Wunstorf ist eine Plastik errichtet worden, eine Dreikantsäule, der ich in ihrem Ursprung den Namen „Offenbarung des Johannes“ gegeben habe.

Der Text, die Bilder - Traumbilder, Visionen -, haben mich als Mensch, vor allem aber als Gestalter so sehr angesprochen, dass ich versucht habe, einzelne Szenen in eine plastische Form zu zwingen. Ursprung war eine durch die Bilder gestaltete Fläche von ca. 2x2 Meter. Bilder also, die direkten Kontakt miteinander hatten. Durch die Umarbeitung zu einer Dreikantsäule ist diese „Einheit“ etwas verloren gegangen.

Gewinnen aber haben dadurch einzelne Figuren für sich, verführen zu genauerem Hinsehen, zu eigenem Hineintauchen, Hineindenken. Das hat seinen Reiz und seinen Wert.

Dank Frau Tasch hat sie nun ihren Platz gefunden, vor einer Friedhofskapelle. Einen passenderen Platz hätte sie nie finden können. Ein Ort der Besinnung, der Nachdenklichkeit, der Ruhe.

Es ist nicht meine Aufgabe und Pflicht die Bilder zu interpretieren, zu erläutern, sie damit festzulegen. Das ist Sache der Theologen. Der jeweilige Betrachter aber soll für sich etwas herauslesen, für sich etwas mitnehmen.

Er soll vor allen Dingen getröstet werden durch den Text der Offenbarung 21, 4: „Und Gott wir abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen.“

Ein Wort allerdings doch noch zu dem silbernen „Gottesthron“, der unbesetzt ist: Unbesetzt, weil ich zum damaligen Zeitpunkt, dem Zeitpunkt der Entstehung, aber auch heute noch große Probleme mit der Gottesbegriff, der immerwährenden Gottesanwesenheit, habe. Deshalb füllt der Christuskopf diesen Platz aus. Christus, der Mensch, Gottessohn und Mensch. Greifbar, erkennbar, sichtbar, anfassbar. Eine Figur, die ich mit „Du“ ansprechen kann und darf.

Ich danke der Stifts-Kirchengemeinde, der Friedhofsverwaltung und vor allen Dingen Frau Tasch, dass es mir möglich war, diese Säule hier aufzustellen.

Danke

Hilko Schomerus