Grün - Festlose Zeit nach Trinitatis

Nachdem wir einige Jahre dafür gesammelt haben, konnten wir im Juni 2003 das neue grüne Parament für den Hochaltar der Stiftskirche einweihen.

Links sind drei Kornähren zu erkennen. Die sehen so ähnlich aus, wie die am Lesepult der Stiftskirche. Das ist kein Zufall, das Parament ist extra für die Stiftskirche entworfen worden und nimmt so viele bekannte Elemente wieder auf.
Die Ähren erinnern an Brot. An das tägliche Brot aus dem Vaterunser. An alles, was wir zum Leben brauchen. Im Alten Testament begegnen die Ähren in Josefs Traum. Sieben dicke Ähren stehen für sieben Jahre des Überflusses, die dann von mageren Mangeljahren verschlungen werden. (1. Mose 41) Sicher erinnern Sie sich auch an Geschichten mit Ähren, die über Jesus erzählt werden. Einmal ist er mit seinen Jüngern am Sabbat durch ein Getreidefeld gegangen und hat zugelassen, dass sie das Getreide vom Halm gegessen haben (Markus 12,1). Jesus fand es richtig, etwas gegen den Hunger zu tun. So finden wir am Altar eine ständige Mahnung, uns gegen die Not der Welt stark zu machen. Schließlich benutzt Jesus das Korn auch als Bild für Gottes Wort. Wenn das Wort von Gottes Liebe in einem Menschen auf fruchtbaren Boden fällt und jemand an ihn glaubt, wird es hundertfach Frucht bringen. (Matthäus 13, 3-9). das rechte Feld mit Trauben
Rechts ist ein Weinstock mit Trauben zu erkennen. Der Weinstock sieht aus wie ein halbes Kreuz. Für einen Weinstock viel zu gerade. Sinnbild für den geraden Weg Jesu, der uns Schuld und Lasten abnimmt.
Der Begriff Wein kommt 236 Mal in der Bibel vor. Oft wird dabei vor dem Betrinken gewarnt. Aber eigentlich noch häufiger davon berichtet, dass Wein das Leben schöner macht.
Auch Jesus hat mit seinen Jüngern gerne Wein getrunken. Nicht umsonst ist der geteilte Becher im Abendmahl zum Zeichen für ihn selber geworden. Das angedeutete Kreuz im Weinstock erinnert an seine Zusage: "Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht." (Johannes 15,5).
das mittlere Feld mit Fischen In der Mitte schwimmen Fische. Auch die erinnern an das Lesepult der Stiftskirche, an dem ebenfalls Fische zu sehen sind. Da gibt es die Geschichte, als Jesus zwei Fische und fünf Brote unter 4000 Menschen aufteilt. Dann könnten die Fische noch einmal ein Symbol für den Überfluss sein. (Markus 6, 38 ff)
Auch die ersten Jünger waren Fischer. Jesus wollte, dass sie ihm folgten und Menschen für den Glauben an Gott fischten. (Markus 1, 17).
Im Symbol des Fisches verbirgt sich auch noch Jesus selber. Das griechische Wort für Fisch, Ichtys, setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Worte "Jesus Christus, Gottes Sohn und Retter" zusammen. Das Symbol des Fisches war so für die ersten Christen ein kurzes, nur für sie verständliches Glaubensbekenntnis.
Das Parament ist in drei Teile geteilt. Auf dem Foto sind die Abgrenzungen deutlicher als am Altar. Sie gehen fast in die Säulen des Altars darüber auf. Das könnte für Gott als Vater, Sohn und Geist stehen.
Die grünen Streifen halten das Ganze zusammen. Es gibt nur einen Gott. Vater, Sohn und Geist gehören zusammen. Das ganze ParamentDie Welle in der Mitte zeigt nach oben, dahin wo auf dem Altar das Kreuz ist. Dahin zeigen eigentlich auch die anderen Symbole. Der Weizen und der Weinstock, selbst die Feldbegrenzungen. Mit der weißen Altardecke darüber werden sie fast zu Pfeilen, die nach oben zeigen.
Das neue Bild ergänzt, wie ich finde, den alten Schmuck unserer Kirche und wird so hoffentlich für mindestens die nächsten 100 Jahre viele zum großen Abendmahl bei Gott einladen.