Konzerte

 

 

 

Nachtkonzert bei Kerzenschein am 18. Oktober 2019, 21:00 Uhr, Stiftskirche Wunstorf

 

"Miracles"  mit dem Ensemble La Mouvance

Visionen - Wunder - Glaubenserfahrungen

Vita                                                                                                                                                                                                                                                                                             La Mouvance widmet sich in vokal-instrumentaler Besetzung der Aufführung europäischer Musik des 12. bis 15. Jahrhunderts. Dem Ensemble gelingt es, mit großem Verständnis für die musikalische Sprache jener Zeit und einem hohen Maß an Virtuosität diese Musik zu neuem Leben zu erwecken. Das preisgekrönte Ensemble unter Leitung von Christine Mothes (Gesang) und Karen Marit Ehlig (Fidel) ist regelmäßiger auf internationalen Festivals zu hören (u.a. Festival Oude Muziek Utrecht, Wunderhören — Tage Alter Musik Worms, Mazovia goes Baroque, Warschau, MDR Musiksommer, Quedlinburger Musiksommer, Via Mediaeval, Resonanzen, Wien, Hohenloher Kultursommer.) Je nach Programm musiziert das Ensemble mit renommierten Gastmusikern zusammen. Die Besetzung reicht von zwei bis maximal sieben Musikern.

 

Das Wunder ist nicht ein Widerspruch zu den Naturgesetzen, sondern ein Widerspruch zu dem, was wir von diesen Gesetzen wissen.                                                        Aurelius Augustinus

Galt in der griechischen Antike das Wunder noch als erstaunliche Beobachtung in der Natur, änderte sich bereits mit dem Lateinischen miraculum die Bedeutung – es bezeichnete außergewöhnliche menschliche Leistungen, wie die sieben Weltwunder.

Der Begriff des Wunders, wie ihn der Kirchenlehrer Aurelius Augustinus um 400 definierte, verweist deutlich auf neuzeitliches christliches Denken: die Naturgesetze sind bekannt und erforscht, aber das Geschehen läßt sich mit diesem Wissen nicht erklären. Nur das Wirken einer höheren göttlichen Macht kann das Unbegreifliche hervorrufen. Um dies zu verdeutlichen, unterschied im 13. Jahrhundert der Zisterziensermönch Caesarius von Heisterbach in seinem Dialogus magnus visionum ac miraculorum zwischen miraculum (Wunder) und mirabilia (Wunderbares). Ersteres ist ein Zeichen der Gegenwart Gottes und seines Handelns, das Wunderbare hingegen, ein nicht durch Verstand und Wissen zu erklärendes Phänomen, welches von Gott ausgelöst zu sein schien.

In seinem in zwölf geistliche Themenbereiche gegliederten Werk über Visionen und Wunder griff Caesarius auf mündliche Überlieferungen und aus der Bibel vertraute Erzählungen und Gleichnisse zurück, um in einem fiktiven Gespräch mit seinem Novizen nicht nur die Sittenlehre seiner Zeit, sondern vor allem die religiöse Denkweise zu vermitteln – im Zentrum steht das Wunder der Geburt Christi. Die Erzählungen des Mönches zeigen zudem eine enge Wechselwirkung zwischen wunderbaren Ereignissen und Musik. So geschieht das Wunderbare fast stets nach dem Anstimmen eines marianischen Chorals: Ein Blinder kann wieder sehen, nachdem er Gaude Maria virgo sang; ein Kleriker, der Gaude dei genitrix anstimmte, erhält nach seinem Tode ewige Himmelsfreuden und ein Pestkranker wird geheilt, weil er zuvor Salve regina erklingen ließ. Die durch den Abt und Mystiker Bernhard von Clairvaux neu entfachte Marienfrömmigkeit löste eine Verbreitung ähnlicher Mirakelerzählungen auf dem ganzen Kontinent aus.

Diese Geisteshaltung spiegelt sich auch in der Musik der Zeit wider. Ein Großteil der Kompositionen gilt Maria, der Mittlerin zwischen Gott und den Menschen, denn nur durch sie ist Gott als Christus in die Welt gekommen.  In seinem Werk Les Miracles de Nostre Dame beschreibt der Abt des Klosters Vic-sur-Aisne, Gautier de Coinci, die Wundertaten der Jungfrau Maria. In seine Erzählungen sind Gebete und Lieder eingefügt. Diese sind ganz im Sinne der Liebeslyrik der Trouvères verfasst. Im Gegensatz zur höfischen Liebesdichtung, die die irdische Liebe zu einer fernen Geliebten thematisiert, drückt Gautier mit den Mitteln weltlicher Dichtkunst und mit schlichten, volkstümlichen Melodien seine Verehrung der heiligen Jungfrau Maria aus.

Das Neue Testament berichtet von den Wundern Jesu Christi. Sein Wirken offenbart dem Menschen den Heilswillen Gottes, was unter anderem im Johannesevangelium, Kapitel 9, beschrieben wird und die textliche Grundlage des zweistimmigen Conductus In terram Christus expuit ist: „Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren ist? Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er das gesagt hatte, spie er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden und sprach zu ihm: Geh zu dem Teich Siloah – das heißt übersetzt: gesandt – und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.“

Die Vision, vom lateinischen visio (Anblick, Erscheinung) spielte im religiösen Bewusstseins des mittelalterlichen Menschen eine ebenso große Rolle. Seit den Visionsberichten Gregors des Großen verstärkte sich der Glaube, dass jenseitige Mächte durch Visionen mit dem Menschen in Kontakt treten und ihm göttliche Botschaften übermitteln. Ab dem 12. Jahrhundert häuften sich Visionsberichte und deren Verarbeitung in Kunst und Musik. Das wohl beeindruckendste musikalische Zeugnis visionärer Eingebung und Erfahrung findet sich in den Gesängen der Benediktinerin Hildegards von Bingen.

  Groß war die Angst des mittelalterlichen Menschen, daß das Heil nicht kommen könnte, er nicht von seinen Sünden erlöst würde. Den verdorbenen Zustand der Welt beschreibt Philipp der Kanzler eindrücklich: „Wahrheit, Recht, Freigebigkeit lagen am Boden; Lüge, Laster, Geiz erstarkte.“ Nur durch eine intensive Hinwendung zu Gott wird das Böse seine Macht verlieren, denn „Was nützte die Bosheit, die obenauf war?“

Für uns heutige Menschen sind die meisten der sprachlichen Bilder der Kompositionen oft schwer verständlich und undurchdringlich. Das Wissen um die Doppeldeutigkeit der Texte, die sich nur einem Gelehrten erschließen, der sowohl in Theologie, Rhetorik, als auch Alchemie gebildet ist, ist kein Bestandteil unserer Lebensweise und dessen, was man erlernt. Die Musik hingegen hat bis heute nichts von ihrer zutiefst berührenden Schönheit und Wirkung verloren. Sei es in Form der kunstvollen mehrstimmigen Motette, der leicht singbaren Cantiga, der diffizilen von Visionen handelnden Antiphon der Hildegard von Bingen oder einer meditativen Chancon Mariale: das Wunder zeigt sich auf verschiedenste Art und Weise, die Musik selbst kann es auslösen und darüber hinaus Heilung und Heil bringen.

 

 

 

 


Die Konzertreihe der Stiftskirche ist einzigartig im Raum Hannover! Nirgends zwischen Bremen und Hannover, Weser und Leine findet man so eine zielgerichtete Konzertreihe mit Musik des Mittelalters, der Renaissance bis hin zum Früh-, Hoch- und Spätbarock. Aufgrund der inzwischen über zehnjährigen Erfolgsreihe ist es gelungen, für diese Konzerte immer wieder namhafte und bedeutende Solisten und Ensembles aus dieser Musikszene zu gewinnen. Hierbei bekommt man interessante Musik geboten, die es äußerst selten bei Liveauftritten zu hören gibt, von den ungewöhnlichen und seltenen Instrumenten einmal ganz abgesehen.

Es ist der Stifts-Kirchengemeinde ein großes Anliegen, diese Konzerte möglichst für jede/n zugänglich zu machen. Um das erreichte hohe Niveau dieser Konzerte sowie den Umfang halten zu können, ist es inzwischen leider notwendig geworden, für die Nachtkonzerte Eintrittsgelder von 10,- € bzw. ermäßigt 5,- € zu nehmen.

Für die Reihe der Nachtkonzerte ab Mai gibt es auch Saisonkarten für alle Konzerte des Jahres für je 30,- € bzw. ermäßigt 15,- € zu erwerben.

Die Musik zur Todestunde, die musikalischen Ergänzungen der Gottesdienste und die Adventsmatineen können derzeit noch kostenfrei angeboten werden.

 


                                                                  

Wir würden uns freuen Sie in der Stiftskirche zu diesen tollen musikalischen Höhepunkten begrüssen zu können.

 

Ihre Stiftskirchengemeinde

 


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Titel Veranstaltungsort Veranstalter
01.12.2019 - 18:00 Adventliches Singen und Musizieren - Gemeinsames Singen von Advents- und Weihnachtsliedern Stiftskirche Wunstorf, Stiftsstraße, 31515 Wunstorf Wunstorf Stift Stiftskirche
07.12.2019 - 11:00 Matinee: "Advents- und Wiegenlieder aus aller Welt" Stiftskirche Wunstorf, Stiftsstraße, 31515 Wunstorf Wunstorf Stift Stiftskirche
14.12.2019 - 11:00 Matinee: Orgelmusik zur Advents- und Weihnachtszeit Stiftskirche Wunstorf, Stiftsstraße, 31515 Wunstorf Wunstorf Stift Stiftskirche
21.12.2019 - 11:00 Matinee: "Resonet in laudibus" - Volksmusik zur Advents- und Weihnachtszeit Stiftskirche Wunstorf, Stiftsstraße, 31515 Wunstorf Wunstorf Stift Stiftskirche