1. Wärmewende
Erfolgreicher Klimaschutz in der Region Hannover wird nur gelingen, wenn auch die Wärmeversorgung fossilfrei wird. Viele Kommunen der Region haben ihre Wärmeplanung bereits begonnen oder sogar abgeschlossen. Für einige verdichtete Gebiete werden Wärmenetze eine Option sein, in den meisten Fällen werden aber dezentrale Lösungen wirtschaftlicher sein. Hausbesitzende sollten frühzeitig die Optionen für ihre Gebäude kennen, um nachhaltige Entscheidungen zur Heizungsmodernisierung treffen zu können.
Welche Schritte schlägt Ihre Partei oder Wählergruppe vor, um dezentrale Wärmequellen zu fördern und dort, wo es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, fossilfreie Wärmenetze auszubauen? Bitte beziehen Sie kommunale Gebäude, Privathaushalte und Industrie ein.
1. Parteien
| SPD | CDU | Grüne | FDP | Linke |
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Die Wärmewende gelingt nur sozial gerecht und planbar. Deshalb setzen wir uns für eine zügige kommunale Wärmeplanung ein, damit Eigentümerinnen und Eigentümer frühzeitig wissen, welche Lösungen in ihrem Wohngebiet sinnvoll sind. In dichter bebauten Bereichen unterstützen wir klimaneutrale Wärmenetze und Nahwärmelösungen. Gerade beim Umbau und der Sanierung der Innenstadt sehen wir große Chancen für ein modernes Nahwärmenetz. Auch im Stadtteil Barne soll geprüft werden, ob ein Nahwärmenetz sinnvoll und wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Darüber hinaus sehen wir Geothermie als mögliche Zukunftschance für Wunstorf und wollen die Potenziale systematisch prüfen. Die Stadtwerke Wunstorf leisten bei dieser Transformation wichtige Arbeit. Ihre Anstrengungen zur Wärmewende werden wir politisch aktiv unterstützen. Niemand darf mit den Kosten allein gelassen werden. |
Abgeleitet aus der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) wurde deutlich, dass es in Wunstorf nur wenige Gebiete für eine mögliche Wärmenetzeignung gibt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die privaten und gewerblichen Gebäude auf Wärmepumpen umgerüstet werden müssen. Die Novellierung des GEG lässt auch fossile Heizungen zu, wir raten aber ganz klar zu Wärmepumpen bei Heizungstausch. Ein wirtschaftlich zu betreibendes Wärmenetz sehen wir zunächst in der Barne. Das wollen wir unterstützen. Umsetzen sollten die Stadtwerke gemeinsam mit starken lokalen Partnern. |
Die komunale Wärmeplanung ist in Wunstorf abgeschlossen. Das Ergebnis ist, dass es ein paar wenige kleine Nahwärmenetze geben wird. Diese Informationen sind elementar für die Entscheidung von potentiellen Investoren, für die eine Heizungsumstellung auf der Agenda steht und/oder die sich an der Wärmewende beteiligen wollen. Bürger/Bürgernetzwerke sollten darin beraten und ggf. unterstützt werden, zu prüfen ob kleinere lokale Wärmenetze umsetzbar sind. Dabei sollte die Stadt mit gutem Beispiel voran gehen und möglichst viele städtische Gebäude an das Wärmenetz anschließen. Da eine dezentrale nicht fossile Wärmeversorgung mit Wärmepumpen ausgeprägt gefördert wird, sollte auch hier eine Förderung für den Fall bereitgestellt werden, bei der die Wärme-(Heiz)kosten höher sind als die mit fossilen Wärmequellen einhergehenden Wärmekosten, die. Wenn das sicher gestellt ist, wird die Akzeptanz, sich an Wärmenetze anzuschließen, deutlich steigen. |
Die Wärmewende muss technologieoffen, wirtschaftlich tragfähig und sozial ausgewogen erfolgen. Für Wunstorf bedeutet das: Vorrang für dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen, hybride Systeme, Biomasse im Bestand sowie quartiersbezogene Konzepte dort, wo Dichte und Wirtschaftlichkeit es zulassen. Neue Nahwärmenetze, die mit einem Anschluss- und Benutzungszwang für die Hauseigentümer verbunden sind und dadurch u.a. auch die Mietkosten erhöhen, lehnen wir ab. Fernwärmenetze sind nur sinnvoll, wenn sie bestehende Abwärmepotenziale von Industriebetrieben oder Müllverbrennungsanlagen nutzen können. Dann ist der Betrieb langfristig kosteneffizient und versorgungssicher. Kommunale Gebäude (Schulen, Sporthallen, Rathaus) sollen über ein systematisches Energiemanagement erfasst und priorisiert modernisiert werden mit PV-Analgen auf den Dächern und dem Austausch der fossil betriebenen Heizungsanlagen durch Wärmepumpen. Industrie- und Gewerbebetriebe benötigen Planungssicherheit statt ständig wechselnder Vorgaben. |
Aus Sicht von Die Linke soll die Wärmewende in Wunstorf klimafreundlich, sozial gerecht und möglichst kommunal organisiert umgesetzt werden. Wir begrüßen den Aufbau klimafreundlicher Wärmenetze, etwa durch die MeerWärme Wunstorf GmbH, besonders in dicht bebauten Quartieren wie der Innenstadt oder der Barne. Kommunale Gebäude sollten früh angeschlossen werden, um Planungssicherheit zu schaffen. Gleichzeitig braucht es auch dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen oder Solarthermie. Beratungsangebote der Stadt sollten ausgebaut und individueller gestaltet werden. Auch sollte geprüft werden, ob Abwärme aus Industrie und Gewerbe stärker genutzt werden kann. Wichtig ist, dass niemand finanziell überfordert wird: Haushalte brauchen gute Beratung, Förderprogramme und Zuschüsse beim Heizungstausch. Mieterinnen und Mieter, insbesondere Alleinerziehende, Menschen mit geringem Einkommen, Rentnerinnen und Rentner, müssen vor zu starken Umlagen geschützt werden. Ziel ist eine bezahlbare und sozial gerechte Wärmewende für alle. |
2. Bürgermeisterkandidaten
| Carsten Piellusch | Die Wärmewende gelingt nur gemeinsam, sozial gerecht und planbar. Deshalb hat die Stadt Wunstorf frühzeitig eine kommunale Wärmeplanung erstellt und deren Ergebnisse öffentlich kommuniziert. Eigentümerinnen und Eigentümer sollen frühzeitig wissen, welche Lösungen für sie sinnvoll sind. In dichter bebauten Bereichen wie der Innenstadt, der Barne oder der Oststadt können dies klimaneutrale Wärmenetze und Nahwärmelösungen sein. Gerade beim Umbau und der Sanierung der Innenstadt sehe ich große Chancen für ein modernes Nahwärmenetz. Die Stadtwerke Wunstorf erstellen gerade eine Machbarkeitsstudie, um die Erkenntnis der kommunalen Wärmeplanung weiter zu vertiefen und zu konkretisieren. Auch im Stadtteil Barne und in der Oststadt soll gemeinsam mit dem Wunstorfer Bauverein geprüft werden, ob ein Nahwärmenetz sinnvoll und wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Darüber hinaus sehe ich Geothermie als mögliche Zukunftschance für Wunstorf. Ihre Potenziale sollen systematisch geprüft werden. Die Stadtwerke Wunstorf leisten bei dieser Transformation eine wichtige Arbeit. Ihre Anstrengungen zur Wärmewende werde ich aktiv unterstützen. |
| Martin Pavel | Abgeleitet aus der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) wurde deutlich, dass es in Wunstorf nur wenige Gebiete für eine mögliche Wärmenetzeignung gibt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die privaten und gewerblichen Gebäude auf Wärmepumpen umgerüstet werden müssen. Die Novellierung des GEG lässt auch fossile Heizungen zu, wir raten aber ganz klar zu Wärmepumpen bei Heizungstausch. Ein wirtschaftlich zu betreibendes Wärmenetz sehen wir zunächst in der Barne. Das wollen wir unterstützen. Umsetzen sollten die Stadtwerke gemeinsam mit starken lokalen Partnern. |