15. Finanzierung kommunaler Neubau- und Sanierungsprojekte
Kommunale Neubau- und Sanierungsprojekte erfordern zunächst hohe Investitionen. Die Berechnung von Lebenszykluskosten zeigt jedoch, dass energieeffiziente Bauweisen, erneuerbare Energien am Gebäude und ein moderner, automatisierter Betrieb der Gebäudetechnik die Energie- und Betriebskosten langfristig deutlich senken.
Wie sollte die Kommune aus Sicht Ihrer Partei oder Wählergruppe sicherstellen, dass bei Neubauten und Sanierungen langfristig wirtschaftliche und nachhaltige Lösungen umgesetzt werden?
1. Parteien
| SPD | CDU | Grüne | FDP | Linke |
| Wir wollen Investitionen langfristig denken. Deshalb sollen bei Neubauten und Sanierungen nicht nur Anschaffungskosten, sondern Lebenszykluskosten zählen. Energieeffizienz senkt dauerhaft Betriebskosten. Förderprogramme von Bund, Land und Region müssen konsequent genutzt werden. In unserem Positionspapier Wohnen haben wir beispielsweise vorgeschlagen, städtische Grundstücke verstärkt im Erbbaurecht zu vergeben, damit Boden in öffentlicher Hand bleibt und bezahlbarer Wohnraum entsteht. | Das muss bei jeder Entscheidung zwingend berücksichtigt werden. Nur kurzfristig Einsparungen zu erzielen, ist völlig aus der Zeit gefallen. Fossile Energie wird teuer. Das muss immer mit berücksichtigt werden – bei jeder Entscheidung. |
• Ambitionierte energetische Mindeststandards für Neubauten festlegen. • Sanierungen an klaren Effizienzvorgaben ausrichten • Priorisierung langlebiger, reparierbarer und CO₂‑armer Materialien • Vergabekriterien erweitern: Nicht nur der günstigste Preis zählt, sondern Qualität, Energieverbrauch, CO₂‑Bilanz und Lebensdauer. • Monitoring und Controlling: Regelmäßige Überprüfung, ob Energieziele, Kosten und Bauqualität eingehalten werden. • Regionale Wertschöpfung: Lokale Handwerksbetriebe und regionale Materialien bevorzugen, sofern rechtlich möglich. • Modulare und flexible Bauweisen: Gebäude so planen, dass sie später leicht umgebaut oder erweitert werden können. • Transparente Kostenkommunikation, damit nachvollziehbar ist, warum nachhaltige Lösungen langfristig günstiger sind. |
Lebenszykluskosten sind verpflichtend zu berücksichtigen. Investitionen priorisieren (Pflichtaufgaben vor freiwilligen Leistungen). Keine zusätzlichen Schulden ohne Gegenfinanzierung. Das Problem bei Vergabeverfahren ist, dass "Wirtschaftlichkeit" vor "Nachhaltigkeit" Priorität hat. Das lässt sich nur durch Regelungen auf Bundes- und Landesebene ändern. |
Die Linke Wunstorf setzt auf langfristig wirtschaftliche und nachhaltige Lösungen bei Neubauten und Sanierungen. Rechtlich sollen Bebauungspläne und kommunale Richtlinien verbindliche energetische Standards, Nutzung erneuerbarer Energien und nachhaltige Baustoffe vorschreiben. Sozial wichtig ist, dass diese Maßnahmen für alle bezahlbar bleiben: Förderprogramme, Zuschüsse und vergünstigte Kredite sollen insbesondere einkommensschwache Haushalte entlasten. Öffentliche Gebäude sollen als Vorbild dienen, z. B. durch energetische Sanierungen, Dach- und Fassadenbegrünung oder effiziente Wärmeversorgung. Technologieoffen setzt Die Linke auf Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpen, Quartierspeicher, intelligente Heizungssteuerung und digitale Energiemonitoring-Systeme (Smart- und Energiemanagement). Grüne Infrastruktur wie Dach- und Fassadenbegrünung, Versickerungssysteme und begrünte Aufenthaltsflächen sorgt für Klima Resilienz. Nachhaltige Baustoffe, langlebige Fenster und Dämmungen runden das Konzept ab. Ziel ist eine ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltige Bauweise, die Klima, Ressourcen und Haushaltsbudgets gleichermaßen schützt. |
2. Bürgermeisterkandidaten
| Carsten Piellusch | Ich denke Investitionen langfristig. Deshalb sollen bei Neubauten und Sanierungen nicht nur Anschaffungskosten, sondern Lebenszykluskosten zählen. Energieeffizienz senkt dauerhaft Betriebs- und Folgekosten. Förderprogramme von Bund, Land und Region müssen konsequent genutzt werden. Bei Neubauten und Sanierung der Stadt haben wir all dies selbst in der Hand. Unternehmen und Privathaushalte wird die Stadt in dieser Richtung beraten. Da wo die Stadt planungs- oder vertragsrechtliche Instrumente hat, wird sie diese nutzen. |
| Martin Pavel | Das muss bei jeder Entscheidung zwingend berücksichtigt werden. Nur kurzfristig Einsparungen zu erzielen, ist völlig aus der Zeit gefallen. Fossile Energie wird teuer. Das muss immer mit berücksichtigt werden – bei jeder Entscheidung. |