8. Klimagerechte Bauleitplanung
Die kommunale Bauleitplanung eröffnet Kommunen die Chance, Klimaschutz in neuen, aber auch in bestehenden Quartieren zu verankern.
Welche Möglichkeiten sieht Ihre Partei oder Wählergruppe, um Klimaschutz und Klimaanpassung in Quartieren in der Bauleitplanung umzusetzen?
1. Parteien
| SPD | CDU | Grüne | FDP | Linke |
| Klimaschutz ist heute bereits ein wichtiger Standard in der Stadtplanung und Bauleitplanung in Wunstorf. Dass dies so ist, ist auch Ergebnis unseres politischen Einsatzes in den vergangenen Jahren. Neue Wohngebiete sollen energieeffizient und gut angebunden entstehen. Wir setzen auf das Prinzip der Stadt der kurzen Wege. Bei städtischen Flächen wollen wir stärker mit Konzeptvergaben arbeiten: Nicht der höchste Preis entscheidet, sondern das beste soziale und ökologische Konzept. | Bauleitplanung ohne Klimaschutzmaßnahmen gibt es ja gar nicht mehr. Da haben wir einen Standard erreicht, der aktuell nicht weiter erhöht werden sollte, um Bauen bezahlbarer zu machen. Klimafolgen-Anpassung muss man mitdenken und da gibt es mittlerweile sogar Pflastersteine, die Wasser speichern und entsprechend wieder abgeben können. Wir müssen mit der Zeit gehen und die ausgetretenen Pfade verlassen. | • Klimaschutzmaßnahmen bei neuen Baugebieten zwingend umsetzen. • In der Verwaltung ist Biodiversitätskompetenz zu schaffen, die zu allen Baumaßnahmen hinzugezogen werden muss. • Klimaschutz: Emissionen vermeiden: Die Kommune achtet darauf, dass neue Baugebiete möglichst wenig CO₂ verursachen. Dazu gehören: ◦ mehr erneuerbare Energien: gute Bedingungen für PV auf Dächer ◦ energieeffiziente Gebäude ◦ Weniger Verkehr: kurze Wege zu Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und ÖPNV ◦ Vorrang für Fuß‑, Rad‑ und Busverkehr • Klimaanpassung: Schutz vor Hitze und Starkregen: Die Planung berücksichtigt, dass Wetterextreme zunehmen. Deshalb werden/wird: ◦ Grünflächen erhalten oder neu geschaffen ◦ Versiegelung reduziert ◦ Regenwasser versickert statt abgeleitet ◦ Schattenplätze und Bäume eingeplant • Nachhaltige Flächennutzung: Eine klimagerechte Planung vermeidet unnötige Neubauflächen und nutzt vorhandene Flächen besser: Boden schützen durch Innenentwicklung vor Außenentwicklung, Nachverdichtung statt Zersiedelung und Umnutzung alter Gebäude statt Abriss. • Mobilität neu denken: Baugebiete werden so geplant, dass klimafreundliche Mobilität leicht fällt: sichere Radwege, gute Busanbindung, Carsharing‑Standorte, weniger Stellplatzpflichten, mehr Mobilitätskonzepte • Eine Kommune kann im B-Plan konkrete Regeln festlegen, z. B.: ◦ Dachbegrünung ◦ Pflicht zu PV‑Vorbereitung ◦ Begrenzung der Versiegelung ◦ klimaangepasste Bepflanzung (z. B. klimaangepasste Bäume) ◦ Regenwasserrückhaltung ◦ Grauwasserkläranlagen |
Die Vorgaben der novellierten Niedersächsischen Bauordnung sind bei der Bauleitplanung konsequent einzuhalten. Dabei sind Regenrückhaltebecken, Begrünung und PV-Nutzung zu berücksichtigen. Es gilt aber auch, die Verhältnismäßigkeit zu wahren und die Baukosten im Blick zu behalten. Klimaanpassung (Verschattung, Frischluftschneisen, wasserdurchlässige Beläge) ist integraler Bestandteil der Innenstadtentwicklung und neuer Quartiere. Klimaschutz darf Wohnen aber nicht unbezahlbar machen. |
Aus Sicht der Linken sollte Wunstorf Klimaschutz und Klimaanpassung von Anfang an in der Bauleitplanung umsetzen. Neue Quartiere und Gebäude sollen energieeffizient gebaut und mit erneuerbaren Heizsystemen wie Wärmepumpen oder Solarthermie ausgestattet werden. Solaranlagen auf Dächern, Dach- und Fassadenbegrünung sowie die Nutzung bestehender Flächen sollen gefördert werden, um Bodenverbrauch zu reduzieren. Versiegelte Flächen sind möglichst gering zu halten, Grünflächen und Bäume sollen das Stadtklima verbessern und Starkregen abfangen. Neue Quartiere sollen gut an Bus, Bahn und Radwege angebunden sein und Ladeinfrastruktur für Elektromobilität enthalten. Über Bebauungspläne, Satzungen und städtebauliche Verträge kann die Kommune Mindeststandards für Klimaschutz, Energie, Lärm- und Flächenschutz verbindlich festlegen. Fördermittel von Bund, Land und Stadtwerke sollen Bauherren unterstützen. Dabei setzt die Linke auf technologisch flexible, nachhaltige Lösungen, um Wunstorf sozial gerecht, klimafreundlich und zukunftsfähig zu entwickeln. |
2. Bürgermeisterkandidaten
| Carsten Piellusch | Klimaschutz ist heute bereits ein wichtiger Standard in der Stadtplanung und Bauleitplanung in Wunstorf. Neue Wohngebiete entstehen energieeffizient und gut angebunden. Ich setze auf das Prinzip der Stadt der kurzen Wege. Bei städtischen Flächen wird die Stadt Wunstorf stärker mit Konzeptvergaben arbeiten. Bei Investorenflächen wie dem Vion-Gelände setze ich auf eine Durchsetzung städtischer Interessen über Bebauungspläne und städtebauliche Verträge. Die Verwendung Erneuerbarer Energie, die Regenwassernutzung, -speicherung oder -versickerung, grüne Freiräume, resiliente Gehölze oder Schattenbereiche sind im Fokus. Nicht der höchste Preis entscheidet, sondern das beste soziale und ökologische Konzept. |
| Martin Pavel | Bauleitplanung ohne Klimaschutzmaßnahmen gibt es ja gar nicht mehr. Da haben wir einen Standard erreicht, der aktuell nicht weiter erhöht werden sollte, um Bauen bezahlbarer zu machen. Klimafolgen-Anpassung muss man mitdenken und da gibt es mittlerweile sogar Pflastersteine, die Wasser speichern und entsprechend wieder abgeben können. Wir müssen mit der Zeit gehen und die ausgetretenen Pfade verlassen. |